Immer noch im Zug, immer noch am Leben!
Heute sind wir in Krasnojarsk vorbei gefahren. Vor und nach dem Bahnhof hat man einiges von der Stadt sehen können. Um ehrlich zu sein: Ich bin froh, dass ich nach Sankt Petersburg gegangen bin und mich nicht für Krasnojarsk entschieden habe.
Bei minus 12 Grad haben Sascha und ich wieder einen kleinen Spaziergang in Skiunterwäsche gemacht. Aber hey, waschechte Russen hüpfen in Badelatschen rum, da brauchen wir uns mit Unterwäsche nicht anstellen oder?

Jedes Mal, wenn wir von unserem Ausflug zurück in den Zug steigen kommt uns nicht wie erwartet Gestank von seit 4 Tagen nicht gewaschenen Menschen entgegen sondern eher der einheitliche Fertiggericht-Geschmacksverstärker-Geruch. Es kann aber auch sein, dass durch übermäßigen Verzehr dieser Produkte das eine einfach zum anderen wird.
Um diesen ein wenig entgegen zu wirken kaufen wir immer wieder bei den Babuschkas am Bahnsteig regionale und vor allem selbst zubereitete Köstlichkeiten.
Heute sollen es mal Tannenzapfen für 10 Rubel sein. Nach Anweisung eines Mitreisenden, müssen wir einfach nur die Kerne raus pulen. Sascha und ich schieben uns natürlich gleich mal die Kerne in den Mund um festzustellen: Irgendwie ein wenig arg knusprig, aber im Großen und Ganzen ganz lecker.

Unser Mitreisender kommt wieder vorbei, betrachtet uns kurz beim Kerne futtern und bricht in schallendes Gelächter aus: Tja, die braune Schale ist nur bedingt genießbar.
Wir sind eh schon die „Europäer“ im Zug, also warum dem Touristenstatus entgegenwirken?




